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Schütze Dich und Deine Daten …

In der Kampfkunst gibt es einen Bereich, einen Abstand, eine Distanz-Linie die es zu halten und zu schützen gilt. Kommt ein Aggressor in diesen empfindlichen Bereich folgt sofort eine der jahrelangen antrainierten und reflexartigen Reaktionen …

Der Sinn und Zweck von Kampfkünsten ist die persönliche Weiterentwicklung, das Kaizen und die Erfassung sowie Vermeidung von ungünstigen Situationen. Lao Tse sprach weise: Ein vermiedener Kampf ist ein gewonnener Kampf.

Dieses Kampfkunst-Prinzip kannst Du auch auf Dein Business anwenden, Dich stetig zu verbessern, sowie auch auf die Sicherheit Deiner Finanzen, Deines Business, Deiner Daten, …

BEVOR jemand in Deinen empfindlichen Bereich kommt, gilt es sich mit Maßnahmen davor zu schützen.
Proaktiv selbst vorzusorgen, ist immer besser als reaktiv auf andere oder ein Ereigniss zu handeln.

Paranoid oder gewissenhaft und vorbereitet?

Früher wurde ich gerne mal belächelt und scherzhaft als paranoid dargestellt, was die Sicherheit, Aufbewahrung, Struktur und Ordnung wichtiger Daten (nicht nur) auf meinem MacBook, Server und Handy betraf. ( Blogbeiträge „Produktive Leere oder kreatives Chaos?“ und „Wie sicherst Du Deine Daten?“ )

Private Dokumente, Bankunterlagen, Hausnebenkosten, etc. sind genauso klar strukturiert und werden verschlossen aufbewahrt. Bei rechtlichen Absicherungen oder dem damaligen Hausbau habe ich lieber ein Angsteisen zuviel als eines zu wenig im Nachhinein.

Auch wenn Du meinst nicht von Interesse für andere zu sein, sollte der sinnfreien Schnüffelei, Spam und Malware-Verbreitung ein paar Grenzen aufgezeigt werden.

Wenn Du einmal eine für Dich passende Struktur und Ordnung eingefädelt und dazu eine Routine erarbeitet hast, bekommst Du die einmal investierte Zeit für die Idee und Umsetzung langfristig um ein Vielfaches zurück!

 

… Routinen kannst Du in alle Lebensbereiche integrieren.

Verängstigt oder vorausschauend?

Angst habe ich vor wirklich schlimmen Ereignissen: Krieg, Hungersnöten, Seuchen, unheilbare Krankheiten, … es hat andere Gründe warum ich oben beschriebenes umsetze.

Es geht einfach gegen meine Natur:

    • Dinge unnötig ein 2tes Mal zu machen
    • Unterlagen / Dinge lange zu suchen
    • wertvolle Zeit zu verschwenden
    • Geld zu verlieren
    • unvorbereitet zu sein
    • zu faul für die Umsetzung zu sein
    • reaktiv zu sein
    • unnötig in die Opferrolle zu fallen
    • etc.

Transparent sind wir doch schon lange für Organisationen die entsprechend ausgestattet sind. Doch solange noch nicht der erste offizielle Quantencomputer mit neuer Entschlüsselungs-Software bestätigt wird, reicht die bisherige aktuelle Verschlüsselungs-Technologie und gesunder Menschenverstand meist gegen die normale Spam-Schnüffelei und Hacking aus.

9 Tipps für mehr Sicherheit im Business:

1. Verschlüssele die Inhalte auf Deinem Mac mit FileVault

Auf dem Mac ist es recht einfach den Zugriff auf Deine Festplatten-Daten zu verhindern.

In den „Systemeinstellungen“ Deines Mac findest Du unter „Sicherheit“ den Reiter „FileVault“. Deinen Mac und daraufliegende Daten solltest Du niemals nur mit einem passwortgeschützten Benutzer zur Anmeldung sichern. Einer der Vorteile einer zusätzlichen verschlüsselten Festplatte ist z.B. das selbst bei ausgebauter Festplatte kein Zugriff auf Deine Festplatte möglich ist.

Zusätzlich empfiehlt es sich bei der Anmeldung an Deinem Mac, den Benutzernamen nicht vorausgewählt darzustellen, sondern die Eingabe von „Benutzer“ und „Kennwort“ zu fordern! Und aktiviere natürlich die Firewall.

2. Schalte die Verschlüsselung an Deinem iPhone / iPad ein

Auf Deinem iPhone / iPad findest Du unter „Einstellungen > Touch ID & Code“ die Möglichkeit einen Code und Fingerabdrücke zum Entsperren des iPhones / iPad und der Nutzung des App-Stores zu vergeben. Setze einen 6-stelligen bzw. den höchsten Stellen-Code der momentan möglich ist.

Diese Code-Verschlüsselung Deines iPhones / iPads und den dort hinterlegten Daten bietet schonmal einen sehr guten Schutz. Jedoch am wichtigsten dabei ist es ist die Option „Daten löschen“ zu aktivieren. Diese findest Du ganz unten im „Touch ID & Code-Menü“.

Sollte jemand versuchen Dein mobiles Endgerät zu entsperren und schafft es 10 mal nicht, werden nach der 10ten falschen Eingabe alle Daten auf Deinem iPhone rigoros gelöscht. Denke deshalb an ein gutes Backup-Management für Deine mobilen Geräte!

Viele App-Hersteller implementieren eine zusätzliche Passwortvergabe zum Öffnen der App. Nutze auch diese!

3. Verschlüssele Deinen eMail-Verkehr mit PGP, GPG oder S/Mime

Eigentlich sollte dies in jedem eMail-Programm oder Webmailer als Standard integriert sein. Ist es aber nicht.

Wenn Du PGP oder S/Mime Verschlüsselung in Mac Mail nutzen möchtest geht dies z.B. mit GPG Tools recht einfach.

PGP, GPG und S/Mime bietet einerseits die Möglichkeit der E-Mail Echtheits-Signatur sowie natürlich die komplette E-Mail Verschlüsselung.

Der Haken: Um verschlüsselte eMails lesen zu können, benötigt der Empfänger auch eine bei sich installierte eMail-Verschlüsselungs-Software ala GPG Tools und Deinen öffentlichen Schlüssel zum encrypten der eMails.

Leider wird eMail-Verschlüsselung noch viel zu selten im Business benutzt … eigentlich Pflicht in Bezug auf die DSGVO.

Wenn Du über verschlüsselte Mails mit mir kommunizieren möchtest, lade Dir hier meinen öffentlichen Schlüssel herunter: Download PGP-Key.

Ist es nicht möglich komplett verschlüsselt zu emailen, versende wichtige Anhänge und Unterlagen passwortgeschützt per eMail. Die kostenfreie App „Encrypto“ von MacPaw verschlüsselt Deine Dateien zuverlässig und unkompliziert.

4. Nutze die Zwei-Faktor-Authentifizierung für (wichtige) Logins

Ich nutze die 2-Factor Authentication (2FA) bei allen Logins die diese auch anbieten. Hierbei wird für den Login neben Nutzername und Passwort eine zusätzliche zweite Sicherheitsabfrage abgefragt, z.B. ein Code der per SMS verschickt wird, eine TAN die beim Onlinebanking eingegeben werden muss, ein Anruf auf hinterlegte Nummer zur Bestätigung, etc. …

Gehe Deine Logins durch (Soziale Medien, Onlineportale, Onlineshops, Kunden-Logins, Webseiten, Website-Logins, etc.) und aktiviere die 2-Faktor-Authentifizierung. Diese bietet eine sehr gute Sicherheit, das auch wirklich nur Du Dich einloggen kannst.

Sicherlich ist es ein kleiner Mehraufwand und „umständlich“ alles doppelt zu bestätigen, doch welcher Typ bist Du:
Proaktiv oder reaktiv?
Sorgst Du vor oder behebst Du Schäden? 😉

Mehr dazu kannst Du in Stephen R. Coveys Business-Bestseller lesen: Die 7 Wege zur Effektivität (*)

5. Schicke Nachrichten über einen DSGVO-konformen Messenger mit Verschlüsselung

Wer immer noch Whatsapp auf seinem Business-Handy installiert hat, erfüllt nicht die DSGVO. Ich habe Whatsapp längst vor dem Startschuß der europäischen Datenschutz-Grundverordnung durch den DSGVO-konformen Messenger Threema ersetzt.

Threema ist ein unabhängiges Schweizer Unternehmen und dem Schweizer Datenschutzgesetz unterstellt, das zu den nutzerfreundlichsten der Welt gehört, ganz im Gegensatz zu denen der USA.

Es gibt die Möglichkeit Threema komplett anonym ohne Telefonnummer zu nutzen, es werden keine Meta-Daten erfasst, die Kommunikation ist komplett verschlüsselt, es gibt verschlüsselte Telefonanrufe und natürlich auch die meisten (unnötigen) Gimmicks anderer Messenger.

Warum die meisten dann immer noch Whatsapp nutzen?
Ganz einfach: Bequemlichkeit, Verdrängung, Abhängigkeit von anderen und:
Der Threema Messenger kostet einmalig ein paar Euro.

Whatsapp gehört zu Facebook. Umsonst hat meist einen anderen Preis.
Ich denke hier muss nichts weiter hinzugefügt werden …

6. Deaktiviere Bluetooth wenn Du es nicht benötigst

Bluetooth bietet (immer noch) eine zu verlockende Schnittstelle für Hacker & Co.
Aktiviere Bluetooth wenn Du es benötigst und deaktiviere es sofort danach wieder.

7. Deaktiviere die automatische Verbindung zu offenen WLAN-Netzwerken

Auch hier, einfach zu verlockend für viele Hacker und Co.
Hole Dir lieber einen anderen Mobil-Tarif oder Surf-Stick wenn Du unbedingt in der Öffentlichkeit surfen oder arbeiten willst.

8. Klebe Deine Front-Kameras ab

Wie viele Skandale muss es denn noch geben, bis Du selbst Deine ganzen Front-Kameras verdeckst?

9. Informiere und bilde Dich ständig weiter

Bleibe am digitalen Puls der Zeit. Bleibe ein Vorreiter. Setze die Dinge um, bevor sie alle anderen machen. Bleibe proaktiv und sei nicht selbst das größte Sicherheits-Risiko!

Eine empfehlenswerte Broschüre, welche Dir einen ersten Überblick über die geforderten Datenschutz-Richtlinien liefert:
Erste Hilfe zur Datenschutz-Grundverordnung für Unternehmen und Vereine (*)
(vom Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht)

Hast Du ein eigenes (digitales) Business?
Welche Tipps hattest Du schon umgesetzt?

Schreibe mir gerne Deine Meinung, Fragen oder eine Nachricht an: blog@sichtweisen.biz

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( geschrieben von Hendrik Schönberger | Sichtweisen Mediendesign® | Werbeagentur Schweinfurt )