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Nur das Ziel zu nennen ist kein guter Ausgangspunkt …

Es gibt viele unterschiedliche Taktiken und Anleitungen wie man am Besten seine Ziele setzt und erreichen kann. Eine Version die definitiv nicht funktioniert ist nur ein reines Wunschdenken und die tägliche Visualisierung dessen. Warum?

Weil einfach zu viele weitere beeinflussende Faktoren und Definitionen Deines Ziels bei dieser Herangehensweise fehlen.

Versuche einige dieser Punkte bei Deiner Zielsetzung zu beachten

Ich versuche auch bei diesem Thema schnell, aber nicht oberflächlich auf den Punkt zu kommen.

Bevor Du Deine Ziele festlegst und diese in Deinem Ziele-Buch beschreibst und bebilderst (für die regelmäßige Erinnerung und bessere Verinnerlichung Deiner Ziele), überprüfe folgende 9 Tipps für Dich und Deine Ziele:

1. Nicht jeder Deiner Wünsche ist auch wirklich ein erstrebenswertes Ziel!

Vor allem wenn es sich um einen reinen Konsumwunsch handelt.

Es gibt sicherlich einige Konsumwünsche die als Ziel Sinn machen, wenn diese bei Erreichen einen Mehrwert für Dich, Dein Wohlbefinden, Deine Familie, Deine Liebsten, Deine Gesundheit, Dein Business oder Deiner Entwicklung haben.

Reine Statussymbol-Wünsche und Gadgets sind allerdings nur von kurzer Befriedigung und es wird schnell die nächste Steigerung dessen angepeilt. Ein sinnfreier Kreislauf der nicht endet …

2. Was ist überhaupt Dein „Warum?“ hinter dem gewünschten Ziel?

Was Du von Kampfsport und Kampfkünsten für Deine Zielsetzung lernen kannst: Hier gibt es Bruchtest – das Zerschlagen von Brettern, Ziegeln und anderen Widerständen mit den reinen Händen oder Füßen – ab einem gewissen Grad der Beherrschung der gelernten und dazu nötigen Techniken.

Das Brett (Dein Ziel) wird nur sicher Zerschlagen (Das Erreichen Deines Ziels), wenn der Ausübende (Du) seinen Fokus nicht direkt auf das Brett (Dein Ziel), sondern seine Energie (Dein Tun und Handeln) auf einen Punkt hinter dem Brett richtet (Dein nötiges „Warum?“).

Wieso ist das so? Weil die Energie bei einem reinen Fokus auf den allerersten Punkt des Widerstands (z.B. Oberfläche des Bretts) nicht genug Kraftverteilung aufweist um größere Widerstände zu brechen und der Einsatz der Techniken und des Körpers nicht weit genug durch das Ziel hindurchgeht …

Was ich damit verdeutlichen will? Nur wenn Du Dein „Warum?“ kennst – Deine intrinsische Motivation – wirst Du genug Ausdauer und Fokus haben das gesetzte Ziel zu erreichen. Also nochmal: Was ist der Nutzen, der Mehrwert hinter Deinem Ziel?

Ein Beispiel:

  • Ein Ziel wie „… ich möchte mich gesund ernähren“ ist ohne ein klares „Warum?“ meist nicht dauerhaft umsetzbar.
    Der Ansatz „… um schön oder schlank zu sein“ ist dafür kein passendes „Warum?“. Denn Schönheit verwelkt und Schlankheit nur durch Ernährung zu halten wird bei schwierigeren Lebensumständen oder Schicksalsschlägen schnell aufgegeben.
  • Ein gutes „Warum?“ wären z.B. folgende Gedanken und Antworten für Dein Ziel hinter dem Ziel: Was passiert mit meinem Körper wenn ich mich (meistens) gesund ernähre? Welche Prozesse verbessern sich mit guter, natürlicher, gesunder Nahrung in meinem Körper (Knochen, Gelenke, Verdauung, Muskeln, Haut, etc.)? Wie wirkt sich dies auf mich, meinen Gemütszustand, meine Energie und Vorbeugung von Krankheiten aus? Welche Auswirkungen hat dies dann dauerhaft auf meine Umwelt und mein Umfeld, meine Aktivitäten mit meiner Familie und Dasein für diese? Nehme ich vitaler am Leben teil? Wie fühlt es sich an, nur selbst dafür verantwortlich zu sein sich zu disziplinieren? Halte ich auch ohne extrinsische Motivation durch? Was verändert sich sonst noch in meinem Leben durch die dauerhafte Einhaltung dieses Ziels?

Frage Dich immer beim Ziele setzen:

  • Was ist der wirkliche Nutzen, der Mehrwert, der Antreiber hinter meinem Ziel?
  • Kenne ich mein klares „Warum?“ für das Ziel?
  • Erst dann solltest Du Dich nach dem „Wie?“ und/oder „Wer?“ fragen

3. Was möchtest Du nicht mehr machen? Schneide & wachse!

Ein weiterer Bestandteil Deines „Warums?“ und Festlegung Deiner Ziele kann die Definition von: „Was möchte ich Zukunft nicht mehr machen?“ sein.

Hierzu ist es nötig sich wirklich genug Zeit zum Reflektieren zu nehmen.

Schaue zurück – im Privaten und im Business – und überprüfe bei Dingen die Du ausprobiert hast oder (vielleicht schon seit Jahren) tust:

  • Was möchte ich nicht mehr machen?
  • Was hat mir wirklich etwas gebracht?
  • Was und wer tut mir wirklich gut?
  • Was verläuft sich im Sand?
  • Was kann definitiv weg?
  • Was kann ich sofort loslassen?
  • Wer braucht mich wirklich?
  • usw. …

Diese Vorgehensweise schafft oft eine viel klarere Sicht als die Fragen nach „Was möchte ich (in Zukunft) machen? Welche Ziele habe ich?“ oder der berühmten Suche nach „Was ist meine Leidenschaft (die ich dann zur Berufung mache)?“ …

Und was Du sehr gut hierbei lernst: NEIN! zu sagen, zu allem was nicht Dir und Deinen Zielen dient!

4. Verfolge unterschiedliche Ziele gleichmäßig. Streue ganzheitlich!

Geht es denn nicht überall um Fokus statt um Streuung? Meistens! 🙂
Versuche Deine Ziele nicht auf einen Bereich zu konzentrieren, sondern habe:

  • kleine und große Ziele
    das Erreichen von kleinen Zielen motiviert für größere Ziele
  • kurze, mittel- und langfristige Ziele
    auch hier wegen der Motivation und weil vieles einfach nicht über Nacht erreicht werden kann
  • private und wirtschaftliche Ziele
    ein reiner Fokus auf die Ziele in Deinem Business wird Dir im Privaten keine schöne Bescherung bringen
  • sowie materielle und immaterielle Ziele
    Genauso wichtig ist die Setzung von immateriellen Zielen, z.B. mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, Achtsamkeit vertiefen, eine neue Sprache lernen, usw.

5. Denke Deine Ziele größer

Durch ein größer gedachtes Ziel steigt die Wahrscheinlichkeit Dein ursprünglich gesetztes Ziel zu erreichen.

Beispiel bei Finanz-Zielen: Du möchtest 3.000 € im nächsten Jahr innerhalb von 12 Monaten sparen. Setze die Summe höher an auf 5.000 €. Dein Unterbewusstsein sucht nun nach Wegen auch 5.000 € zu stemmen. Du selbst siehst andere Möglichkeiten, hörst oder liest aufmerksamer, interessierst Dich mehr für mögliche Sparmaßnahmen und versuchst Dein Einkommen zu erhöhen. Du wirst vermutlich am Ende 4.000 € gespart haben. 1.000 € weniger als das höher gesetzte Ziel, doch auch 1.000 € mehr als das ursprünglich angedachte Ziel. Bei einem Ziel von 3.000 € wären vielleicht nur 2.000 geschafft worden … hättest Du Dir gar kein finanzielles Ziel gesetzt für das nächste Jahr, würden am Ende dessen ganze 0 € zusätzlich gespart sein.

6. Setze Dir (realistische) Zeitrahmen

Lege Zeitrahmen für Deine Ziele fest:

Versuche Dir ein realistisches Datum für ein Ziel zu setzen oder einen zeitlichen Rahmen. Gehe mit Dir selbst dadurch Verbindlichkeiten ein, denn „irgendwann“ heißt bekanntlich nie.

Für noch mehr „verbindlichen Druck“ kannst Du Deine Ziele auch öffentlich machen bei Deiner Familie, Freunden, Arbeits- und Sportkollegen … Menschen denen Du mehrmals im Monat begegnest und die ehrliches Interesse an Deinem Tun & Handeln haben. Doch dies ist nicht immer ratsam, denn … 

7. Reflektiere Dein tägliches Tun & Handeln

Wenn Du für Dich Deine Ziele klar definiert hast, kommt es darauf an den Fokus zu halten. Am Ziel festhalten und Kontinuität in Deinem Tun & Handeln für das Ziel zu wahren.

Durch das öftere Reflektieren …

  • werden einige bisherige Dinge in ihrer Wichtigkeit und Dringlichkeit neu justiert.
  • erkennst Du inwieweit Deine täglichen Maßnahmen wirklich dem Erreichen Deines Ziels dienen.
  • kann Dir aber auch bewusst werden, das Dein ursprüngliches Ziel Dir gar nicht mehr so wichtig ist, Dir wirklich nicht liegt, Dich nicht weiterbringt und keinen wirklichen Mehrwert erschafft
  • zeigen sich – durch Deine bisherigen Tätigkeiten und Anstrengungen für das ursprüngliche Ziel – neue Möglichkeiten auf, neue Türen haben sich geöffnet, neue Wege sind ersichtlich und dadurch können neue und bessere Ziele definiert werden. Dann solltest Du keine Scheu davor haben, das ursprünglich gesetzte Ziel durch ein wirklich besseres Ziel zu ersetzen. Aber nur dann. Nicht wenn es schwierig oder anstrengend wird.

8. Du hast 3 Tage Zeit – beachte die 72 Stunden Regel

Ziele setzen ist zwar schön und gut, doch meistens scheitert es ja bekanntlich in der darauffolgenden nötigen Umsetzung und Kontinuität dafür.

  • Weder Dein Geburtstag, Weihnachten, Silvester oder sonst ein Event sind dafür verantwortlich mit der Umsetzung zu beginnen.
  • Wenn Dir etwas wirklich wichtig ist, wenn Du wirklich etwas verändern willst, dann fange damit an. Beginne am Besten gleich noch heute! Starte jetzt!
  • Was Du nach 3 Tagen nicht begonnen hast, wirst Du meistens auch nicht mehr umsetzen. Vor allem, wenn Du es noch nicht schriftlich für Dich selbst niedergeschrieben hast mit Deinem klaren „Warum?“ dazu.
  • Der Gedanke an das Ziel wird danach für lange Zeit verschwinden; denn Dein Alltag und bestehende Gewohnheiten haben Dich dann ganz schnell wieder im Griff.

3 Tage – ganze 72 Stunden Zeit die Du nutzen kannst zum Ideen schmieden, planen, visualisieren, warm laufen… oder aber auch zum Ablenken, Grübeln, Nachdenken und Ausreden finden nichts zu ändern …

Nur DU SELBST kannst Dich FÜR oder GEGEN Deine Ziele entscheiden.

9. Bonus-Tipp: Setze Dir unbedingt Sättigungspunkte

Zu viele Ziele und To-Do-Listen sind meistens kontraproduktiv. Auch läuft man schnell in die Erfolgsfalle, wenn man sich selbst keine Sättigungspunkte setzt. Genieße zuerst einmal Dein erreichtes Ziel bevor Du Dich schon wieder fragst was Du jetzt angehen kannst.

Der Punkt an dem das Ziel erreicht ist, ist meist viel unspektakulärer als der Weg dorthin an sich (in Kampfkünsten ist dies das „Do“ / der „Weg“). Denn auf diesem entwickelst Du Dich erst um Deinem gesetzten Ziel gerecht zu werden. Danach gilt es diese Entwicklung zu halten und zu erweitern. Zu wachsen und zu reifen …

Oder wie es Max de Pree schon 1990 in seinem Buch „Die Kunst des Führens“ (*) formulierte:

Es ist wichtiger unser Potential als unsere Ziele zu erreichen!“

Treffender kann man es nicht beschreiben …

Wie gehst Du bei Deiner Zielsetzung vor?
Helfen Dir diese 9 Punkte für ein besseres Mindset beim Ziele setzen?

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( geschrieben von Hendrik Schönberger | Sichtweisen Mediendesign® | Werbeagentur Schweinfurt )