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Wie beginnst Du Deinen Tag?

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten für einen guten Start in den Tag. Auch hier gibt es kein Patentrezept. Jeder Mensch ist individuell. Unterschiede gibt es viele: Lärchen- und Eulen-Typen, gerade-so-40plus-Puls-erreicher-am-Morgen und weit-über-90-Pulser nach dem Aufstehen, langsam auf Tourenkommer und die Sofort-Vollgasgeber, Warm- und Kaltduscher, … nur durch Ausprobieren wirst Du DEINE eigene Morgenroutine finden.

Hinterfrage Deinen bisherigen Morgenablauf

  • Schläfst Du gut an Deinem Schlafplatz und kommst einfach am Morgen aus dem Bett?
  • Wieviel Stunden Schlaf benötigst Du um wirklich erholt zu sein?
  • Was machst Du als erstes nach dem Aufstehen?
  • Welche schlechten Gewohnheiten (die Dir bewusst sind) hast Du am Morgen?
  • Bist Du eher proaktiv oder reaktiv in und nach den ersten Minuten am Morgen?

Wir alle wissen, das soziale Medien und davon resultierende Interaktionen zu einem festen Bestandteil unserer Kommunikation mit anderen geworden sind. Konsumiere aber nicht gleich nach dem Aufstehen als erstes im Bett Deine Messenger- und eMail-Nachrichten sowie Social Media Likes und Beiträge (einer der Gründe sein Handy nicht als Wecker am Schlafplatz zu verwenden). Versuche mit einem klaren leeren Geist und möglichst unbeeinflusst in den Tag zu starten.

Sei in gewisser Weise ein Egoist am Morgen

Versuche die ersten Stunden des Tages proaktiv für Dich zu nutzen. Zum Besten für Deine mentale, physische, emotionale und spirituelle Entwickung.

Mit „für Dich“ meine ich z.B. Deine Weiterbildung, Dein Wohlbefinden, Dein Business, Deine Familie, Deine Umwelt, Deine Gesundheit, Deinen Körper – all das was mit Dir und Deinem Leben verbunden ist, auf das Du aber am Morgen noch selbst (proaktiv) Einfluss nehmen und nicht den Umständen nach (reaktiv) reagieren möchtest.

Wenn Du den besten morgendlichen Ausgangszustand von Dir und Deinem Körper kennst, kannst Du Dir dafür entsprechende gute Gewohnheiten aneignen. Um die passende Morgenroutine für mich zu finden, habe auch ich mich gefragt:

Wie könnte ich meinen Tag sinnvoller und erfüllender beginnen? Sind meine bisherigen Verhaltensmuster bewusst gewählt oder liegt es vielleicht einfach an mangelnder Disziplin und schwachem Willen meine Komfortzone zu verlassen?

„Wahre Disziplin bedeutet, daß wir unsere besten Stunden unseren edelsten Zielen widmen!“
Stephen R. Covey in seinem Business-Bestseller: Die 7 Wege zur Effektivität (*)

Probiere aus und mache eine neue Gewohnheit mindestens 30 Tage lang

Warum? Nach 30 Tagen wird eine neue Gewohnheit normalerweise zur Routine (bei manchen geht es schneller, bei anderen dauert es etwas länger) und dadurch ist ein unverfälschtes Wahrnehmen von „Tut mir gut“ oder „Lass‘ ich bleiben“ möglich.

Versuche nicht zuviele Komponenten auf einmal zu ändern… Schritt für Schritt.

 W. H. Auden sagte Im Buch Tools der Titanen (*) von Tim Ferriss etwas sehr zutreffendes:
„Bei einem intelligenten Menschen ist Routine ein Zeichen von Ehrgeiz!

Das Leben ist nicht voll planbar. Jeder Tag ist anders, mit anderen Prioritäten und es geht nicht immer alles am Morgen umzusetzen (z.B. wenn man ein Haus baut, sich beruflich neu orientiert, ein Baby Deine Familie bereichert, etc.). Wenn Du aber versuchst an 4 von 7 Tagen Deine ganze Morgen-Routine umzusetzen und an den 3 anderen Tagen z.B. mal die Weiterbildung fehlt oder die Bewegung aufgrund eines wichtigen Termins etc. hast Du Deine Routine trotzdem mit mehr als 50 Prozent umgesetzt. Langfristig bringt Dir das mehr Erfolg und Wohlbefinden in den Bereichen die Deine Morning Routine abdeckt!

OK, here we go ( ich habe in meine Morgenroutine keinen Sport integriert, ich bin seit meiner Jugend Abendsportler… ).

1. Aufstehen am Morgen

Ich stehe meistens nach 8 Stunden erholsamen Schlaf auf, manchmal auch nach weniger Stunden. Gerne schlummer ich auch nochmal 10 Minuten und mein Wecker (*) ertönt ein 2tes Mal. Keine Hektik, kein Stress am Morgen … einfach nur sammeln, Sein und bewusst aufstehen. Ich gehöre eher zu den Eulen… deswegen erstmal Ruhe und starke Wachmacher 😉

2. Zitronenwasser und erster Black Eye Kakao

Das erste Glas Wasser am Morgen mische ich mir mit Zitronen Direktsaft (*). Die vielen Vorteile von Zitronenwasser findest Du z.B. hier.

Danach gibt es für die erste Energielieferung einen Black Eye Kakao:

  • 2 Teelöffel Fairtrade Kakaopulver mit heißem Wasser verrühren
  • 2 (starke) Espresso dazugeben
  • das ganze mit einem halben Teelöffel nativen Bio Kokosöl
  • und mit einem Löffel Honig (vom Imker aus dem Nachbardorf) abrunden

3. (Eis-) Kalt duschen

Wer kennt es nicht? Im Sommer am See, im Schwimmbad, am Pool, am Meer, im Garten oder nach der Sauna. Die eiskalte Dusche, die ein unglaubliches Gefühl der Entspannung, Erfrischung, Klarheit und Zufriedenheit hinterlässt.

Hast Du diese schonmal am Morgen probiert?
Raus aus der Komfortzone und rein in die Kälte. Den Temperaturregel schön nach ganz rechts :). Entweder langsam anfangen wie nach der Sauna: erst das rechte Bein bis zum Gesäß, dann das linke Bein bis zum Gesäß, danach rechter Arm, linker Arm, Oberkörper, Hals, Kopf. Oder gleich das Ganze in voller Pracht genießen ;). Im Sommer ist dies wirklich ein Gedicht, im Winter nach dem kuscheligen Bett oft eine Qual mit Schnappatmung und dem Gefühl tausender Nadelstiche auf der Haut vom eisigen Wasser. Aber der Benefit danach lohnt …

Wird kaltes duschen denn nicht irgendwann mal angenehmer?
Ganz ehrlich? Nein 😉 … ich mache das jetzt seit 2016 fast jeden Morgen (z.B. bei starken Erkältungen nicht). Es ist in der kalten Jahreszeit auch für mich immer eine Überwindung, und es gibt Tage in denen der Körper auf Kälte stärker reagiert.

  • motivierter geht es mit einer schönen Outdoordusche (*) – je nach Jahreszeit – hast Du gleichzeitig frische Luft und zur richtigen Zeit – am richtigen Ort aufgestellt – den Sonnenaufgang.
  • sehr gut für die tägliche Dusche sind Aleppo Seifen (*)
  • versuche 2 bis 3 Minuten konstant dem Wasser ausgesetzt zu sein. Du kannst eine Sanduhr (*) nutzen …

Und was hat man nun davon? Muss ich mir was beweisen?
Nein! … es ist aber einer der besten und einfachsten Biohacks für Deinen Körper und Geist. Meine 5 besten Biohacks sowie weitere Vorteile des kalten Duschens findest Du hier: zum Blogbeitrag. Und neben dem schönen Effekt des definitiven Wachseins nach einer kalten Dusche geht es mir um 4 weitere Effekte:

  1. Körperliche Erfahrungen manifestieren sich im Geistigen und umgekehrt, genauso wie Schmerz auf allen Ebenen einer der besten Lehrmeister im Leben ist. Er fördert die mentale Stärke und verschafft uns eine dickere Haut. Denn wer leidet fördert die Veränderung.
  2. Die kalte Dusche lässt mich Entscheidungen klarer und vor allem schneller treffen – nicht rumeiern, sondern sich klar zu entscheiden und diese Entschlüsse zu (durch)leben (eben auch bei vermutlichen Fehlentscheidungen oder wenn es schwierig wird)
  3. Es ist wichtig im Leben auch unangenehme Dinge zu tun und zu ertragen, um weiter zu wachsen und sich selbst treu bleiben zu können. An seinen eigenen Werten und Prinzipien festhalten – auch in stürmischen Zeiten! Gehe nicht immer nur den angenehmen und leichten Weg. Das Leben bietet mehr.
  4. Wenn Du gleich morgens schon eine erste echte Überwindung vollzogen hast, wird der Alltag mit all seinen Möglichkeiten eine Spielwiese des Lebens. 

Oder wie es Mark Twain ausdrückte:
Eat a live frog first thing in the morning and nothing worse will happen to you the rest of the day!“

4. Drink für bessere Leistungsfähigkeit und Abwehrkräfte

Ich gebe in ein 0,25 Glas:

Zum Wohle! Und noch ein großes Glas Leitungswasser hinterher …

5. Frühstück! The same thing as every day…

Ich esse jeden Morgen ( außer wenn ich intermittierendes Fasten ausübe ) das Gleiche:

  • 5 Freiland-Bio-Eier (vom Bauern aus unserem Dorf)
  • mit 2 Esslöffel feingemahlenen Mandelpulver in einer Schüssel verquirlen
  • 2 Bananen auf einem Teller zerquetschen und mit reichlich Zimt verfeinern
  • 1 guten Esslöffel natives Bio Kokosöl in der Pfanne erhitzen
  • die verquirlten Mandel-Eier in der Pfanne wie einen Pfannkuchen oder Kaiserschmarrn backen
  • die fertigen Eier auf die Zimt-Bananen geben und genießen!
    ( je nach Saison garniere ich das ganze noch mit Beerenobst etc. )

Zum Abschluss gibt es noch ein Glas Aronia-Nektar ungesüßt (*).

6. Dankbarkeits-Journal

Ich schreibe jeden Morgen quick and dirty 3 Dinge in ein Notizbuch (*) für die ich dankbar bin. Ganz alltägliche Sachen, wie meine warme Kleidung für den Winter, meinen täglichen Kaffee, täglich fließendes Wasser zu haben, meine Liebsten, die Möglichkeit Geld verdienen zu können, …

Der Sinn des Journalings ist, sich immer wieder bewusst zu machen was wir schon alles haben. Wir neigen oft dazu, etwas das wir nicht haben mehr wahrzunehmen und alltägliche Dinge auszublenden, diese einfach für selbstverständlich zu halten.

Pessimismus und Neid bringen Dich nicht weiter. Übe mehr Demut und Dankbarkeit für die einfachen Dinge in Deinem Leben und Du siehst vieles wieder mit anderen Augen. 

7. Weiterbildung und zweiter Black Eye Kakao

Mit dem zweiten Kaffee geht es an die Weiterbildung. Je nachdem was mich gerade interessiert nehme ich mir 30 – 60 Minuten Zeit für Lesen, Onlinekurse & Videotrainings durcharbeiten oder Hörbücher & Podcasts konsumieren, neue Dinge ausprobieren …

Auch hier gilt es das richtige Maß zu finden. Nicht nur ständig neue Weiterbildungen zu konsumieren, sondern auch das vermittelte Wissen erstmal für sich passend anzuwenden.

8. Eine Runde an der frischen Luft laufen

Bewegung und frische Luft belebt den Geist und rundet meine Morning-Routine ab.

Erst wenn ich vom spazieren gehen zurückkomme schalte ich mein Handy ein, checke eMails & Co und reagiere darauf …

9. Bonus-Tipp: Meide Negatives gleich am Morgen

Wenn es für Dich beruflich nicht relevant ist oder Dich anderweitig nicht weiterbringt, versuche einmal 30 Tage keine Nachrichten zu konsumieren. Nicht gleich am Morgen die Tageszeitung lesen oder online nachschauen. Wenn wirklich etwas Wichtiges passiert, wirst Du es auf die eine oder andere Art sowieso erfahren. Du musst dafür nicht täglich bewusst die ganze Flut an Negativität aufnehmen …

Hast Du eine Morgen Routine? Kannst Du einen meiner Punkte in Deine Morgen Routine integrieren?

Schreibe mir gerne Deine Meinung, Fragen oder eine Nachricht an: blog@sichtweisen.biz

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( geschrieben von Hendrik Schönberger | Sichtweisen Mediendesign® | Werbeagentur Schweinfurt )